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Promethoys 2017

2016 / 2015

2014 / 2013

In love with Gerhardt Richter ?

2013 / 2012

2011

Pavel Vancat / Startpointprize / Dox Gallery Prag 

 

The paintings of Jan Kilian Böttcher are a playful attempt at “traditional” images, with an awareness of their own exaggeration and vanity, returning (often as parody) to postwar neo-realism in terms of their ambiguous sense of engagement, ironically transplanted into the current situation of post-communist Germany. Allusions to classical mythological themes are interspersed with Communist ideology and punk earthiness, only to finally reveal the comics-derived basis of the cycle, with the last image hidden behind the heating unit next to the fire extinguisher. It is a painting that possesses a quality of directness, not as an autotelic attempt, but as a confident and entertaining narrative. 

 

 

 

Jan Kilian Böttcher  

Über Narrative Kunst, Alltagsmythen und das Gegenteil 

 

 

Ich beschreibe meine Werke nicht als narrativ, sondern als assoziativ. 

Ich illustriere keine Geschehen, sondern untermale Gedanken und Bilder, 

die von irgendeinem Ort kommen, in dem sie später wieder verschwinden werden. 

Ich möchte keine Geschichte erzählen, sondern eine Art Gesamtheit die unendlich viele Geschichten beinhalten kann,  

oder auch nicht. 

Das automatisch ein vermeintliches Bild von einer lesbaren Geschichte entsteht sobald man Figuren nebeneinander stellt,  

ist jedoch ein angenehmer Nebeneffekt, der mich reizt weitere hinzuzufügen, oder bestehende zu entfernen.

Während ich zu beginn mit klaren Kompositionen gearbeitet habe zählt für mich momentan der Entstehungsprozess,  

ohne Rahmen, einzig dem Lustprinzip unterworfen. 

Von diesem Prinzip erhoffe ich mir, dass es mich von akademischen, konzeptionellen und kultivierten Voreingenommenheiten ein wenig abschirmt und zugleich die Malerei von den Idealistischen Kunstbegriffen der vorangegangenen Generationen befreit. 

Ich sehe für mich keinen Unterschied zwischen narrativer und vermeintlich anderer Kunst,  

da jedes Objekt vor dem Betrachter in eine Erzählung zurückfällt, ob als konkrete oder theoretische Interpretation. 

 

Erzählerische Elemente in der Kunst werden gelegentlich negativ konnotiert.  

Auch angesehene Kuratoren, Galeristen und Kunstwissenschaftler neigen dazu sie mit Attributen wie  

„nicht zeitgemäß“, „unselbstständig“, „trivial“, et cetera zu versehen, wodurch Klischees von Aktualität transportiert werden, 

die die krassen Qualitätsunterschiede innerhalb von gegenständlicher oder narrativer Kunst nicht mehr als Kriterium berücksichtigen.  

 

Eigentlich müsste man Naturschutzgebiete für narrative Kunst errichten. 

Kuck mal da! Ein narrativer Künstler, ach schon verhungert. Jetzt hat er wirklich was zu erzählen. 

 

Steht dahinter die begründete Angst davor unzeitgemäße, Illustrative oder substanzlose Kunst zu fördern?  

Und wenn ja, mündet diese Angst nicht oft genau darin?

Gerne werden Werke gesucht die möglichst wenig Schnittpunkte mit vermeintlichen Klischees aufweisen,  

Werke dienur ein bisschen dekorativ sind“, „ein bisschen ironisch“ und „ein bisschen innovativ“ mit Materialien spielen

und deren Sinn erst „etwas später“ (wenn überhaupt) hervortritt. 

Moderne Kunst ist verblüffend oft genau deswegen uniformiert, wenig innovativ und vollkommen durchschaubar. 

Vermutlich weil von Ihr zu viel erwartet wird und das sofort.  

Dabei wurde Kunst nie vollkommen neu erfunden, sie hat sich immer bloss etwas ihrer Zeit angepasst,

bloss etwas Notwendigkeit, viel Notwehr und im besten Fall Narretei. 

Die Zeiten in denen das überrascht hat, oder generell provozieren konnte,  

wurden hinreichend in romantischen Kunstbüchern instrumentalisiert. 

Ist das für alle Künstler und Galeristen nachahmbar die sich ein bisschen geiler als den Rest finden möchten?, vielleeeeicht! 

 

Nehmen sie ein zehntel Ironie, 20 ml einer Substanz die aneckt, drei Zehntel Erklärungsversuche  

und gestalten sie es halbwegs ansehnlich. Die restlichen Zehntel darf mann später nach belieben verwenden. 

Wenn Sie es aber schaffen ein Werk zu kreieren das zu jeweils zehn zehnteln dekorativ, ironisch und wiedererkennbar ist 

werden wir sie stalken bis der Sandmann kommt…  

 

Ich weiß wenig über die Punkte an die ich mich künstlerisch „annähren“ werde,

immerhin bietet die Jetztzeit ein überschaubares Übermass an Punkten von denen sich zu lösen lohnend scheint.

Die grenzenlose künstlerische Freiheit die der Gegenwart unterstellt wird habe ich bis jetzt jedoch nur von hinten gesehen.

 

Ich weiß das mir sachliche wie sinnliche Komponenten gleichermaßen liegen.

Ich würde gerne mal einen Tag lang eine Hand mit jeweils einem Finger von Maria Lassnig, Pierre Bonnard, Gustave Courbet, Adolf Menzel, Robert Rauschenberg, Malewitsch, Jack Kirby und Rubens tragen und mit der irgendetwas anstellen.

 

Klassische Verbindungen aus Komposition, Malstil und Erzählung haben im Zweifelsfall in der Malerei einen schwereren stand, als zum Beispiel in „neuen Medien“ wo das oft als selbstverständlich und vital empfunden wird. 

Können Maler/innen schnell zwischen sämtliche Schusslinien von Anhängern irgendwelcher Paradigmenwechsel einfordernder Kunstfreunde, von abstrakter oder gar-keiner Malerei geraten? 

Klarer Fall. Ist das berechtigt? Klar doch.

Jammern lohnt nicht, aber wird dabei nicht gelegentlich ausser Acht gelassen das alle Kunstrichtungen und Medien

ähnlich viele Gebrauchsspuren aufweisen.

Die Helden der Modernen Kunst griffen nach abstrakten oder formellen Ausflügen oft auf den Gegenstand,

die Erzählung oder klassische Malerei zurück

(Renoir, Picasso, André Derain, billige Beispiele, aber es gibt unbezahlbar viele).

Die Gedächtnisskultur des aktuellen Kunstdiskurses scheint auffällig viele Lücken innerhalb ihres Erzählkomplexes aufzuweisen. Äh…?

 

Vielleicht muss ich mich für meine Interessen nicht rechtfertigen,

da die Ehre Zeitgenosse zu sein impliziert zeitgenössische Kunst zu produzieren.

Spaß beiseite, geben wir einem Medium, einer Kunstrichtung, einer Idee den Hauch des großen neuen Abenteuers,

oder wenigstens des absolut überlegenen Designs.

Bemächtigen wir uns jeden Begriffes irgendwie konnotierter Kunst.

 

Wer weiß vorher ob ihm A: Dionysos Abenteuer, B: die von Odysseus, C: ein monochromes Bild

oder eben ein monochromer Kühlschrank mehr erzählen werden?

Viel kann direkt oder indirekt zum malen motivieren,  

zum Beispiel der Glaube daran wir seien heute klüger als vor Aristoteles und Tom Cruise.

Chronologisches Bildverzeichnis  

 

• Promethoys 2017 echt groß, Oil on canvas • Baracke 2015 40 x 30 cm, Oil on canvas • Oben 2015 40 x 30 cm, Oil on canvas   

• 2014 Mensch / Wetterstudie 30 x 30 cm, Oil on canvas • Warten 2015 120 x 84 cm, Oil on canvas   

• “Standbild” 2O14 60 x 80 cm, Oil on canvas  • Kleingärtner 2015 60 x 80 cm, Öl auf Leinwand   

• No time for big changes 2014 20 x 36 cm, mixed media on canvas 

• 2014 Das vorvorletzte Einhorn/ letzte Einhorn / danach 2x  80 x 60 cm, Oil on Canvas   

• 2014 Amouröse Gefühle /Amorous Feelings, 1,60 x 80 cm Oil on Canvas  • 2014 Adam & Eve 40 x 30 cm, Oil on Canvas   

• 2014 lilith, Eve, Adam, Oil on Canvas • Malzeit 2O14 90 x 70 cm Acryl auf Papier • 2014 Bacchus 20 x 16 cm, Oil on Canvas 

• 2014 Excalibur 80 x 60 cm, Oil on Canvas  • Nationalpark 2013 40 x 30 cm, Oil on canvas   

• Macht der Begierde 100 x 30 cm, Oil on canvas • 2013 Salome 12 x 200, Oil on Canvas   

• 2013 Der (heilige) Antonius 130 x 200 cm, Oil on Canvas • In love with Gerhardt Richter ? 2013 40 x 30 cm, Oil on canvas  

• Lager 2013 30 cm x 40 cm, Oil on canvas • Vertragen 2013 80 x 60 cm, Oil on canvas  

• Land-schafft 2013 50 x 100 cm, Oil on canvas • Vatersohn 2012 120 x 80 cm, Oil on canvas

• Interieur 2013  80 x 60 cm, Oil on canvas • Ich als Lenindenkmal 2013 (me as Lenin-monument) 30 x 30 cm, Oil on canvas  

• 2011 Galatea hits her Sculpture while he is touching her 30 x 30 cm Oil on Canvas   

• HAARPERS BIZAR 2012 30 x 30 cm, Oil on canvas  • Unten 2011 40 x 30 cm, Oil on canvas 

• Crossroad 1 2013 50 x 100 cm, Oil on canvas  • The Ball 2012 70 x 80 cm, Oil on Paper    

• Flut 2012 80 x 120 cm, Oil on canvas   • Schatz 2012  110 x 85 cm, Oil on canvas 

• Fürstentum Germania 2011 80 x 100 cm, Oil on canvas

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